FDP Kreistagsfraktion Wetterau und FDP Butzbach luden zum politischen Stammtisch in Butzbach-Fauerbach: Landwirtschaft stärken statt ausbremsen

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Butzbach – Beim politischen Stammtisch in Butzbach-Fauerbach kamen Landwirte und liberale Politiker zusammen, um über die aktuelle Lage der Landwirtschaft, infrastrukturelle Herausforderungen und politische Rahmenbedingungen zu sprechen. Eingeladen hatte die Kreistagsfraktion der Liberalen und die FDP Butzbach. Als Gesprächspartner standen Dr. h. c. Jörg-Uwe Hahn, Staatsminister a. D. und Fraktionsvorsitzender der FDP im Wetterauer Kreistag, Andrea Rahn-Farr, Kreistagsabgeordnete, sowie Daniel Libertus, Stadtverordneter in Butzbach und Spitzenkandidat der FDP in Butzbach zur Verfügung

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Landwirtschaft als moderner Wirtschaftssektor langfristig gesichert und gestärkt werden kann.

„Gerade auf kommunaler Ebene haben wir natürlich einen gewissen Interessenskonflikt zwischen dem Landverbrauch für neue Wohn- oder Industriegebiete und der landwirtschaftlichen Nutzung“, so Spitzenkandidat Libertus, „Darum sind wir z.B. in Butzbach bemüht, sorgsam vorzugehen und beiden Seiten Rechnung zu tragen.“

Andrea Rahn-Farr, Vizepräsidentin des hessischen Bauernverbandes, machte deutlich, dass kommunalpolitische Spielräume konsequent genutzt werden müssten. Mit Blick auf europäische Vorgaben und die jüngsten Bauernproteste betonte sie, dass Landwirtschaft nicht durch übermäßige Regulierung eingeschränkt werden dürfe. Vertrauen in die Arbeit der Betriebe und der Fokus auf Ergebnisse seien wichtiger als detaillierte Eingriffe in betriebliche Abläufe. „Jeder Landwirt hat von sich aus ein Interesse, seinen Betrieb nachhaltig zu bewirtschaften. Jeder Landwirt möchte seinen Kindern fruchtbare Erde hinterlassen“, so Rahn-Farr. „Wir können und sollten den Landwirten vertrauen, die besser wissen, was für ihren Betrieb sinnvoll ist und was nicht. Dabei muss „nachhaltig“ immer im ökonomischen, im ökologischen und auch im sozialen Sinne gemeint sein. Und das leben die Landwirte auch.“

Dr. h. c. Jörg-Uwe Hahn unterstrich, dass die Sicherung der eigenen Ernährung ein hohes Gut sei. Landwirtschaft sei kein Auslaufmodell, sondern ein zentraler Bestandteil wirtschaftlicher Stärke und gesellschaftlicher Stabilität. Freihandelsabkommen dürften heimische Betriebe nicht benachteiligen, vielmehr müsse darauf geachtet werden, dass regionale Produkte wettbewerbsfähig bleiben.

Daniel Libertus, erklärte: „Landwirte sind moderne Unternehmer. Es kann nicht sein, dass unsere Bauern mit immer neuen Richtlinien überschüttet werden. Wir wollen, dass auch in 20 Jahren noch Landwirtschaft in unserer Region betrieben wird. Dafür braucht es bessere Nutzung bestehender Flächen und keine wahllose Versiegelung mit Beton.“ Er hob die Bedeutung von Hofläden hervor, die als regionale Direktvermarktung gestärkt und nicht durch Bürokratie ausgebremst werden dürften.

In der anschließenden Diskussionsrunde nutzten die anwesenden Landwirte die Gelegenheit, ihre Sorgen und Erwartungen offen zu formulieren. Themen waren unter anderem die Frage, wie sich Betriebe gegen zukünftige wirtschaftliche und regulatorische Herausforderungen absichern können, sowie in welchem Umfang politische Entscheidungsträger das operative Geschäft der Landwirtschaft ausreichend im Blick haben. Es entwickelte sich ein intensiver, offener Austausch, der bis in den späten Abend hinein andauerte – ganz im Sinne einer politischen Veranstaltung, bei der ehrliche Debatte und gegenseitiges Zuhören im Mittelpunkt stehen.

Uwe Schmittberger von der Butzbacher FDP, der den Abend maßgeblich organisiert hatte und für die Stadtverordnetenversammlung kandidiert, zog ein positives Fazit: „Wir sind dankbar für jede offene Diskussion und jeden ehrlichen Beitrag der Landwirte. Die FDP Butzbach versteht sich als Plattform für offenen Diskurs und konstruktiven Austausch. Genau mit solchen Veranstaltungen gehen wir voran und schaffen Raum für sachliche, lösungsorientierte Politik.“

Die FDP Wetterau und die FDP Butzbach bekräftigten abschließend, dass Politik nur dann tragfähig sei, wenn sie im direkten Gespräch mit den Menschen entstehe. Der Stammtisch in Butzbach war dafür ein gelungenes Beispiel.